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Im Rahmen seiner Entwicklung
bildet sich der Mensch im Kindesalter bis etwa zum sechsten
Lebensjahr eine Meinung über sich selbst, seine Mitmenschen und
die Welt um ihn herum.
In seinem Bemühen von der gefühlten Minderwertigkeit hin zu
seiner Fiktion von Vollkommenheit zu gelangen, wendet er die ihm
geeignet erscheinenden Strategien, Methoden und Mittel an. Er
folgt dabei seinem individuellen Bewegungsgesetz, seinem
persönlichen Lebensstil.
Laut Adler entwickelt jeder Mensch seinen Lebensstil
schöpferisch selbst, so dass es so viele Lebensstile wie
Menschen gibt. Dabei entscheidet der Mensch nicht aufgrund
objektiver Tatsachen, sondern aufgrund seiner Wahrnehmung, d.h.
aufgrund seiner Beurteilung dessen, was er mit allen Sinnen
erfasst und den Ableitungen, die er daraus trifft.
Dieser Lebensstil ist dem einzelnen als solcher nicht bewusst
(kann aber im Rahmen eines beraterischen oder therapeutischen
Prozesses bewusst gemacht werden), obwohl er sich in all seinen
Gedanken, Handlungen und Gefühlen äußert. Lebensstil oder
individuelles Bewegungsgesetz bleiben dem Menschen ein Leben
lang grundsätzlich erhalten. Ähnlich wie der Mensch „nicht aus
seiner Haut kann“, ist es ihm auch nicht möglich, seinen
Lebensstil abzulegen.
Dem „persönlichen Lebensstil“ – der von Adler auch als „private
Logik“ bezeichnet wird - steht der „öffentlichen Lebensstils“
gegenüber. Hier verwendet Adler das Synonym „common sense“.
Dieses ist die Gesamtheit aller Konventionen, Sitten, Gebräuche,
Regeln etc. einer Gesellschaft. |
Ein fundiertes, professionelles Coaching
basiert wie auch Beratung und Therapie auf einem wissenschaftlich
begründeten psychologischen Hintergrund z.B. Tiefenpsychologie,
humanistische Psychologien, etc. In seiner Arbeit kann der Coach unabhängig
vom wissenschaftlichen Hintergrund konfrontativ, unterstützend (supportiv),
defizitorientiert oder ressourcenorientiert vorgehen, wobei er
entsprechende Interventionen anwenden wird.
In der Regel ist Coaching fokal angelegt, d.h. auf eine spezielle
Fragestellung des Klienten ausgerichtet. Ist diese Fragestellung, also der
Coaching-Auftrag, abgearbeitet, ist das Coaching beendet. Darüber hinaus ist
auch Prozesscoaching üblich, bei dem ein Klient über einen längeren Zeitraum
bei der Bewältigung seines Lebens, seiner beruflichen Laufbahn oder in einer
Krisensituation durch einen Coach begleitet wird. Prozesscoaching wird auch
im Rahmen von Firmenmaßnahmen angewendet bei der Begleitung einzelner
Mitarbeiter, ganzer Abteilungen oder auch ganzer Firmen bei
Veränderungsprozessen.
Vom Setting her kennen wir im Coaching unterschiedliche Formen: das
Einzelcoaching in der vier-Augen-Situation zwischen Klient und Coach, das
Paar-Coaching, bei dem der Coach mit beiden Beteiligten gemeinschaftlich
deren gemeinsame Fragestellung bearbeitet, das Guppencoaching, in dem
mehrere Klienten zusammen mit dem Coach bei regelmäßigen Gruppentreffen
anstehende Fragestellungen und Probleme der Gruppenmitglieder bearbeiten,
wobei auch die Gruppenteilnehmer Gelegenheit haben, sich aktiv bei Themen
anderer zu beteiligen.
Neuerdings wird der Begriff „Coaching“ auf mehr und mehr Bereiche des
täglichen Lebens ausgeweitet, so dass man neben dem Jugend- und Sportcoach
(J+S Coach) auch den Gesundheitscoach, den Private Coach, den Coach für
Life-balance etc. findet. |
Alfred Adler spricht von der Ersterinnerung
als „Kristallisation der Lebenseinstellung“. Da es hier um den Zeitraum der
Lebensstilbildung geht, sind sie ein wichtiges Element der
Lebensstilanalyse. In der Beratung werden üblicherweise Ersterinnerungen bis
zum fünften, seltener bis zum zehnten Lebensjahr herangezogen. Die
Ersterinnerungen können realen oder fiktiven Inhalts sein – also eine
Erinnerung an z.B. ein Ereignis in der Familie oder eine Erinnerung, dass
der Klient sich als starker Ritter gesehen hat.
Nach Dreikurs ist darauf zu achten, dass es sich bei den geschilderten
Erinnerungen um eine klar beschreibbare, einmalige Situation handelt, also
nicht um die Erinnerung z.B. an den jährlichen Sommerurlaub, sondern um die
Erinnerung an ein einzelnes Ereignis während eines solchen Aufenthaltes.
Wichtig ist neben dem reinen Inhalt der Erinnerung auch die dazugehörige
Gefühlslage. Um eine Beeinflussung durch den Berater zu vermeiden, können
Ersterinnerungen auch außerhalb der Beratungszeit vom Klienten
aufgeschrieben werden.
Im Rahmen der Lebensstilanalyse wird aus mehreren Erinnerungen (Adler geht
von ca. fünf aus) eine Systematik erstellt aus:
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