Oskar Spiel, führender Wiener Reformpädagoge,
Individualpsychologe, ab 1921 dem Kreis um Alfred Adler zugehörig, war
Schulleiter zweier individualpsychologischer Versuchsschulen und
Professor der Pädagogischen Hochschule, Wien.
Zusammen mit Ferdinand Birnbaum und Franz Scharmer gründete Oskar Spiel
1931 die erste individualpsychologische Versuchsschule für 10–14-jährige
Buben in einem Wiener Arbeiterviertel.
Ziel seiner Arbeit war die Humanisierung und
Individualisierung des Schulbetriebs durch:
- Einführung der „Klassenbesprechung“ -
eine „gruppentherapeutische Unternehmung“
- Methodisch-didaktische Neuerungen
- Abschaffung des Frontalunterrichts
- Einführung der Gruppenarbeit
- Beteiligung der Schüler an
„Lehrzielkatalogen und Lehrzielinhalten“
- Versuch einer fast straf- und
regressionsfreien Erziehungsatmosphäre
- Intensive Einbeziehung des
Elternhauses
- Supervision und wissenschaftliche
Begleitung der Lehrkräfte
Mit dem Sieg des Austrofaschismus 1934
wurde die Versuchsschule aufgelöst, Oskar Spiel zwangsversetzt und bis
zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Schweigen verurteilt.
Er nutzte die Zeit, indem er in seinem Hauptwerk „Am Schaltbrett der
Erziehung“(1947) die Anwendungsmöglichkeit der Individualpsychologie in
der Schule systematisch darstellte (heute noch aktuell!) und leitete von
1945 – 60 die zweite individualpsychologische Schule.
1988 eröffnete unter
der Leitung von Mag. H. Rosenmayr die Wiener „Oskar Spiel Schule“, die
sich der Österreichischen Reformpädagogik im Sinne Spiels verpflichtet
fühlt.
(erschienen 2008) |
| Autorin: |
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Annegret Hempel
Staatliche Schulpsychologin an Förderschulen
Sonderschuloberlehrerin, Coach VIBD,
Coach “Synchronizing“
Referentin in der Lehrerweiterbildung
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