Alfred Adler 1870 - 1937

 

Biographien

 

Alfred Adler 1870 - 1937
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Erik Blumenthal 1914 - 2004
Josef Rattner 1928 geboren

Betrachtungen

Josef Breuer 1842 - 1925
Sigmund Freud
1856 - 1939
Alfred Adler 1870 - 1937

Carl Gustav Jung
1875 - 1961
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972

Oskar Spiel 1892 - 1961
Sofie Lazarsfeld 1882 - 1976
Manès Sperber 1905 - 1984

Erik Blumenthal 1914 - 2004

Medard Boss 1903 - 1990
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Josef Rattner 1928 geboren

 
 
 

Lebensweg

* 7. Februar 1870 in Penzing (heute in Wien)

1900 Privatpraxis für Allgemeinmedizin

1902 stieß Adler zum Kreis von Sigmund Freud

1911  Gründung des "Vereins für Individualpsychologie"

† 28. Mai 1937 in Aberdeen (Schottland)

Die ausgeprägte Angst vor dem Tod bestimmte Adler, Arzt zu werden. Er studierte in Wien Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Augenarzt in einem Krankenhaus. Er eröffnete im Jahre 1900 eine Privatpraxis für Allgemeinmedizin. Sehr bald stellte er fest, dass viele körperliche Leiden, über die seine Patienten klagten, mit den herkömmlichen medizinischen Mitteln nicht zu beheben waren. Um seinen Patienten besser helfen zu können, studierte er Psychiatrie. 

1902 stieß Adler zum Kreis von Sigmund Freud (1856-1939). Zehn Jahre lang verband die beiden Männer ein freundschaftliches Lehr- und Arbeitsverhältnis. Doch am Ende ihrer  Beziehung waren ihre unterschiedlichen Ansichten zu Grundfragen des psychologischen Denkens unüberbrückbar geworden, und sie wurden erbitterte Feinde. Adler glaubte nicht wie Freud daran, dass Störungen der kindlichen Sexualität Ursache seelischer Probleme im Erwachsenenalter seien.  Ebenso lehnte Adler Freuds patriarchalische Auffassung ab. In Adlers Augen waren Frauen und Männer von Natur aus gleichwertig und ihre Unterdrückung zum Schaden beider Geschlechter. 1911  begründete er mit dem "Verein für Individualpsychologie" eine eigene tiefenpsychologische Schule.

Seit 1926 lebte Adler mit seiner Ehefrau, Raissa Timofejewna, einer Russin und einer leidenschaftlichen Gegnerin der Zarenregierung in Russland, und seinen vier Kindern die meiste Zeit in den USA und lehrte als Gastprofessor an der Columbia University und dem Long Island College of Medicine. 1935 siedelte er mit seiner Familie ganz in die Vereinigten Staaten über. Adler glaubte an die Gleichwertigkeit aller Menschen. Besondere Aufmerksamkeit widmete er Verhaltensweisen, die er "Körpersprache" nannte.

So saßen seine Patienten, wie er selbst, gleichberechtigt auf einem Stuhl. Es kam auch vor, dass sich Adler zu Füßen eines Kindes hinsetzte, damit es sich nicht so klein vorkam und seine Angst verlor. Adler legte in seiner Analyse der individuellen Entwicklung den Schwerpunkt auf das Minderwertigkeitsgefühl als motivierende Kraft im Menschen. Ihm zufolge sind bewusste und unbewusste Gefühle und Handlungen der Minderwertigkeit mit kompensierenden Abwehrmechanismen grundlegende Ursachen für das psychopathologische Verhalten. Entsprechend ist es die Aufgabe des Psychiaters oder Psychoanalytikers, solche Gefühle zu identifizieren, rational zu erklären und so den beim Patienten erzeugten kompensatorischen neurotischen Willen zur Macht aufzubrechen. 

  • Studie über die Minderwertigkeit von Organen (1907)
  • Über den nervösen Charakter (1912)
  • Praxis und Theorie der Individualpsychologie (1918)
  • Menschenkenntnis (1927)
  • The Pattern of Life (1930)
  • Herausgeber der Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie (1914-1937)
 
 
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 19. Juli 2015